Kleine Türkin, mittellange Texte

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Nur ich liebe dich, die anderen lügen!

Samstag, 25. September 2010

Hamburger und Berliner

Meine Haare waren zerzauselt, weil ich unter dem Sitz im Auto nach einem runtergefallenen Geldstück gesucht hab' und es war ungelegen als wir zwei zurück vom Auto zur Gruppe gelaufen sind. Die Kommentare waren vorhersehbar, doch wir haben daraus das Beste gemacht und angefangen Gerüchte zu bejahen.

Ich hör' mir deine Musik an, auf dem Weg zur ungeliebten Arbeit. Heimlich hast du ein Bild von mir in deinem Schlafzimmer, keiner darf es wissen und wer fragt, wird belogen. Wir belügen uns selbst, weil wir keine Wahl haben, wir sind beziehungsbehindert und tragen unsere Gefühle in kleinen Beuteln um den Hals.

Berlin Mitte - Hackescher Markt, unser ständiger Treffpunkt. Ungeplant oder bewusst, wir kommen zusammen an diesem magischen Ort. Wir schreien den anderen nie an, doch wechseln oft böse Blicke. Der Übernachter, muss abhaun bevor der Bettbesitzer erwacht. Unsere Regeln sind klar, wir sind kalt und gemein zueinander, doch wir bleiben dem anderen treu.

Ich hol dich ab, du drehst, wir rauchen. Den scheiß langen Tag sitzen wir in einem Rosenpark, ohne Rosen. Wir hassen uns, weil wir uns mögen müssen. Romantisch sind wir nie gewesen und wir haben es auch gar nicht vor, wir lieben die Sachlichkeit in der Liebe. In der Liebe die wir nicht teilen. Aber uns interessiert das gar nicht, wir halten nicht viel von der Liebe. Wir wissen das die Liebe nur eine Idee naiver Menschen ist, eine Theorie, die helfen soll, alles von einer besseren Seite zu sehen. Wir kennen die ekelhafte Wahrheit und uns juckt es nicht, den schließlich haben wir empfindliche Körperteile, die uns genug Gefühle geben.

Wir geben oft auf, es ist unglaublich befreiend, wir chillen uns aufs Sofa, schlafen ein. Jeder bei sich. Am nächsten Tag wird etwas zusammen gestartet, die gesamte Gruppe ist dabei und im Laufe des Abends stehn wir beide wieder zusammen, hinter Karren: "Auf die Zigarette danach, wir lieben allein."

Nach einem Jahr zieh ich nach Hamburg, nicht weit weg, aber weit weg. Du, still in Berlin, Darling. Es bleibt wie es angefangen hat. Und es hat nie angefangen. Wir waren und sind allein geblieben und keinen juckts. Es war das Leben vor dem aktuellen. Passiert.

Chillen, in Hamburg. Ich hab deinen Namen vergessen, ey sorry, Dude.
Und als ich wuchs und lernte, stellte ich mir eines Tages einmal eine Frage, aber auch nur ein mal und wirklich nur für einen kurzen Moment:


Hätten wir nicht etwas Wunderbares kennen gelernt, wenn wir es nur ein einziges Mal versucht hätten, nur einmal ein wenig Mühe gegeben hätten?

Niemals. Wir sind beziehungsbehindert, kalt und gemein. Allein.
Hoffen auf einen Anruf der nicht kommen wird. Allein.
Stellen uns vor, wie würde es sein.. . Allein.
Für immer, Berlin.. für immer, allein.

Donnerstag, 9. September 2010

Halbleeres Glas

Schöner Tag,
aber ich kann wieder mal nicht einschlafen,
den ein Monster sitzt unter meinem Bett.
Ich muss leise atmen,
den es darf mich nicht hören.
Das Monster lebt in meinem Kopf.
Aber es will nicht gehen,
egal wie sehr ich darüber nachdenke.
Es bleibt, so lange,
bis mein Wecker schreit.
_

Schlaf ist eine Zeitverschwendung,
den mein Kopf braucht diese Zeit für die Arbeit.
Ich bin erschöpft, doch ich kann nicht aufhören mich zu belasten.
_

Der Kellner schenkt mir noch etwas Wein ein.
Betäubt fällt es leicht die Schultern zu zucken und einzuschlafen.
Etwas Ruhe, zum Kraft tanken,
den mein Kopf braucht diese Kraft für die Arbeit.
_

Guter Tag und wenn Sterne von dunklen Regenwolken bedeckt werden,
krieche ich unter meine Decke.
Atme leise,
den das Monster sitzt wieder unter meinem Bett.
Es lässt mich nicht ruhen,
egal wie sehr ich darüber nachdenke.
Ich finde keine Lösung, es zu verscheuchen.
... es bleibt, bis mein Wecker schreit.
_

Dann lässt es sich nicht mehr mit Weckergeräuschen abdanken.
Über den Tag läuft es mir hinterher.
Es lässt mich nicht ruhen,
egal wie sehr ich darüber nachdenke.
Ich fühl' mich ausgelaugt,
mein Kopf schmerzt und meine Beine tragen nur noch wenige Kilo.
Bedürfnisse kann ich nicht mehr berücksichtigen,
den mein Kopf braucht diese Gelegenheiten für die Arbeit.
_

Ich höre nicht auf andere Stimmen,
den die sehen das Monster nicht.
Mitleid brauche ich nicht.
Ich weiß, was richtig ist und du kannst mir nicht helfen.
_

Schon seit langer Zeit brechen das Monster und ich nun Tage und Nächte gemeinsam an.
Und dann liege ich wieder in meinem Bett.
Kann wieder nicht einschlafen,
den mein Monster sitzt unter meinem Bett.
Jedoch ist es heute Nacht etwas anders,
diesmal bin ich nicht mehr vorsichtig,
es scheint mir gleichgültig.
Alles... , nun immer.
Ich vergesse leise zu atmen und es hört mich.
Kommt hervor gekrochen und steht vor mir.
... legt sich neben mich und ich schlafe ein.
_

Plötzlich sind meine Gedanken frei, ich kann ruhen.
Ich weiß nun gar nicht für was mein Kopf nun arbeiten soll.
Ich war ein Karrieremensch und nun allein.
Nichts ist geblieben.
Deswegen schlaf ich nur noch, in meinem Bett, einem Meter unter Blumenbeet.
_

... den mein Monster hat mich gefressen.

Kaffee war mein zweitgrößter Einfluss. Vielen Dank fürs Lesen!