Um genau 11 kommen wir auf der Drum'n'Bass Party an. Ich bin voller Freude und Euphorie dort angekommen. Und komplett besoffen. Ich glaube, dass ich selten sooo betrunken war. Ganz klischeehaft habe ich alles doppelt gesehen und alles drehte sich um mich. Obwohl mich das Gefühl etwas beunruhigte, da ich mich nicht wirklich so gut damit auskannte (bin sonst immer der Fahrer), hatte ich dennoch eine wirklich positive Stimmung. Meine positive Einschätzung der Situation führte auch dazu, dass ich natürlich das kiffen nicht ausgelassen habe, nur weil ich schon besoffen war. Rauchen, rauchen, rauchen und weiter rauchen. Mein Bewusstsein schaltete immer weiter ab und irgendwann saß ich nur noch in einem ruhigen Nebenraum mit Sofas und redete mit irgendwelchen Fremden. Ich hatte mir zur guter Letzt' noch ein Red Bull geholt, dass ich dort beim Sitzen und Reden mit den Fremden genüsslich zu mir nahm.
Nach einer Weile, merke ich, dass mir immer schwummriger wird. Ich bin zunächst auf die Toilette, da ich dachte, dass ich erbrechen muss. Als sich das aber als falscher Alarm rausstellte, hielt ich es für möglich, dass frische Luft mir etwas gut tun würde. Ich ging also raus. Atme tief ein und aus. Ich merke, wie müde und fertig ich bin und die Kälte draußen macht mir auch ein wenig zu schaffen. Ich fühle mich wirklich sehr schwach und schließe die Augen, um sie etwas zu entspannen.
Plötzlich ist mir überhaupt nicht mehr kalt. Doch es ist alles so hell, dass ich wirklich nichts mehr sehe. Alles weiß. Was ist hier los? Und obwohl mich diese plötzliche Wendung erschrecken und panisch machen sollte, bleibe ich ganz ruhig und fühle mich wohl. Das Weiß wird dunkler, Muster bilden sich. Ich bin plötzlich auf einer Wiese mit Blumen. Tausenden von Blumen. Ein buntes Meer. Um Gottes Willen, ich glaube, ich habe noch nie so etwas wunderschönes gesehen. Auch wenn ich mich einmal um meine Achse drehe, weit und breit nur Blumen. Und wie es duftet. Ich weiß nicht, wie ich hierher gekommen bin, aber ich hoffe, dass ich nie wieder gehen muss. Ich betrachte die Schönheit mit offenem Mund. Der Wind streichelt mir leicht über die Haut und dann durchs Haar. Meine Lungen füllen sich komplett mit der frischen Luft. Ich habe so etwas noch nie erlebt. Ich genieße den leichten Sonnenstrahl, wie er mich leicht wärmt und schließe nochmal die Augen. Ich wollte sie eigentlich gar nicht schließen, da ich jeden Augenblick nutzen wollte, um diese Schönheit zu betrachten.
Mir wird wieder etwas kälter. Ich öffne die Augen und es ist dunkel. Ich liege in meinem Bett, in meinem Zimmer. Enttäuscht stehe ich schlagartig auf und suche verzweifelt, mit meinem Blick, nach den Blumen, die sich Sekunden zuvor um mich befanden. Wo sind sie hin? Mein Zimmer ist kalt und ungemütlich. Ich fühle mich unwohl und ergreife sofort die Flucht aus dem Zimmer. Ich öffne meine Zimmertür, laufe durch den dunklen Flur ins Bad. Das ganze Haus ist ganz leise. Ich gehe runter in die Küche und sehe, dass es früh am morgen ist und die Sonne gleich aufgehen müsste. Mir ist alles etwas unangenehm, obwohl ich nicht genau weiß warum. Ich laufe die Treppen wieder hoch, in mein Zimmer. Ich lege mich wieder ins Bett und schließe die Augen und hoffe, dass ich wieder zurück auf meine Wiese komme, doch vergebens... nach dem öffnen meiner Augen liege ich immer noch in meinem Bett und schaue hoch an meine Decke. Ich bleibe liegen und wende meinen Blick nicht von der Decke ab. Ich betrachte die eigentlich orangene Wand im Dunkeln und mache keinen Mucks. Zeit vergeht und es kommt mir so vor, als würde ich schon Ewigkeiten so daliegen. Plötzlich bemerke ich einen Unterschied.
Mein Körper meldet sich. Irgendetwas stimmt nicht. Meine Muskeln spannen sich langsam alle nach einander immer mehr an. Ein unwohles Gefühl verbreitet sich langsam in meinem Körper. Irgendetwas passiert mit mir. Ich spüre nun einen Druck auf meinem rechten Bein. Der Druck wandert und breitet sich aus. Ich spüre ihn nun auch im linken Arm, in der Brust, im Kopf und Schultern. Mein gesamter Körper verkrampft sich und mein Schädel fängt an zu dröhnen. Die Schmerzen werden immer heftiger, bis ich anfange zu schreien. Auf einmal zucke ich ganz heftig, dass mein gesamter Körper kurz vibriert. Ich liege da und die Schmerzen sind verschwunden. Ich lasse alles los und schnaufe. Die Anspannung hat mich sehr belastet. Doch es fängt wieder an. Das selbe Gefühl, der selbe Ablauf. Wieder fange ich an zu schreien und nun kommen mir auch Tränen, weil ich den Schmerz nur mühsam ertrage. Zucken und vorbei. Was ist bloß los? Ich fange an ganz leise verzweifelt zu weinen. Es passiert noch einmal. Schmerzen, ein Schrei und ein Zucken. Mein Schnaufen wird immer lauter und plötzlich spüre ich mein Herz ganz deutlich. Ich höre es, ich fühle wie es gegen die Brust schlägt. Es fängt an zu stechen. Von der einen Sekunde auf die nächste meldet es sich einfach und sticht so heftig das ich mich mit den Händen in meiner Brust festkralle und schreie wie am Spieß.
Ich reiße meine Augen auf. Sternenhimmel. Mein Körper ist eisig. Ich fühle mich leer und schwach. Mein Blick ist komplett verschwommen und mein Herz rast. Ich liege auf etwas Kaltem. Ich drehe mich zur Seite und breche. Nachdem ich fertig bin, höre und sehe ich immer klarer. "Was ist los?"- frage ich in die Leere und eine Stimme antwortet von links.
"Alles okay. Beruhige dich." - sagt der Mann an meiner Linken.
Ich nehme meine Umgebung war. Blaulicht. Notärzte. Die Stimmen meiner Freunde im Hintergrund. Ich richte meinen Oberkörper auf und schaue an mir herrunter. Mein Hemd aufgerissen, meine Beine haben Schürfwunden.
Ich fange an zu verstehen und mein Herz macht dabei einen überwältigenden Sprung.
Ich lege meinen Kopf wieder auf den kalten Asphalt, atme unbewusst ganz tief ein und schließe die Augen, damit ich leise vor mich hin murmeln kann:
"Ich lebe."
Gibt es einen Grund dafür dass du im ersten Abschnitt reichlich unterschiedliche Tempusformen abdeckst, in den folgenden aber dem Präsens treu bleibst ?
AntwortenLöschenKeine Macht den Drogen !
gibt es ;-)
AntwortenLöschen- der erste abschnitt ist eine vorbereitung auf den folgenden teil. das was ich betonen wollte habe ich im präsens geschrieben, weil es die eigentlich handlung ist. die anderen tempusformen sollen klar stellen, welches teil genau vorbereitung ist, damit man sich ein besseres bild machen kann. - ich mach das schon immer so, ist wohl mein art oder eine schlechte angewohnheit, beides nett! ;-)