Kleine Türkin, mittellange Texte

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Nur ich liebe dich, die anderen lügen!

Samstag, 17. April 2010

Kaffeepause

Lola ist 26 Jahre alt und gerade aufgewacht.
In einer Stunde muss sie aus dem Haus und zur Arbeit.
Auf geht's.
Nach 55 Minuten die letzten Erledigungen und schon war sie fertig.
Punkt sieben fährt sie los, mit ihrem NewBeetle. Rot.

Ampeln rot, gelb, grün, gelb, rot, gelb, grün, gelb, rot, gelb, grün. Bei der Arbeit.
Sie ist heute recht müde und kann ihre Aufgaben nur mühsam erledigen.
Es ist Mittagspause.
Lola holt sich in ihrem Lieblingscafé ihren Lieblingskaffee.
Setzt sich auf eine Bank im Park und schaut den lebenden Geschöpfen zu.

Alle sehen unterschiedlich aus, alle bewegen sich anders, jeder individuell.
Lola bemerkt in diesem Moment, dass sie zuvor noch nie bemerkt hatte, wie interessant es aussieht, wenn man nur auf die Füße eines gehenden Menschen achtet.
Wie sich die Füße abwechselnd vom Boden erheben und wieder auf ihm landen, sich dabei fortbewegen. Eine amüsante Beobachtung.
Lola fängt an darüber nach zu denken, ob es nicht noch mehr solche unbeachteten Phänomene gibt. Lola schaut sich um, einige Minuten und sie wird fündig.
Die kleinen Kinder da hinten. Eines sitzt, eines rennt.
Das, das sitzt, atmet ganz beruhigt, der Brustkorb erhebt sich kaum, man muss genau hinschauen.
Das, das rennt, atmet ganz schnell, der Brustkorb erhebt sich sehr, ganz schnell und stark.
Lola schaut sich noch mehr um und entdeckt noch mehr atmende Menschen.
Die Brust des alten Mannes gegenüber erhebt sich nur sehr langsam und nicht so oft.
Die Brust des rauchenden Jugendlichen, neben dem Apfelbaum, passt sich der Atmung beim Inhalieren an.
Atmen, wie simpel und interessant.
Kaum hat Lola sich schon daran erfreut zwei solche interessanten Beobachtungen zu machen, entdeckt sie noch eines.
Die zu schnell vergehende Zeit. Sie hatte in der ganzen Euphorie, Entdeckerin zu sein, die Zeit komplett vergessen. Sie eilt mit großen Schritten zur Arbeit zurück. Nur fünf Minuten Verspätung. Kein Problem, sagt Chef. Glück gehabt.
Lola setzt sich an ihren Arbeitsplatz. Da sieht sie auf einmal etwas Neues. Sie hatte nie bemerkt, dass jemand ein Smiley auf die Wand gemalt hatte, die ihr gegenüber liegt. Nur ganz klein und in die Ecke - versteckt, damit es keiner sieht. Niemand der nicht wachsam ist.
Lola lacht, dass sie heute solch' kleine Schätze entdeckt.
Dinge, die ihr sonst nie auffallen.
Und als Lola in sich hört, bemerkt sie, wie fröhlich und glücklich sie gerade ist.
Da fällt ihr nur ein Satz ein, wie ein Blitz.
Der Satz kam aus dem Mund ihres Großvaters, als sie noch klein war und auf seinem Schoss saß um eine spannende Geschichte zu hören.

"Die kleinen Dinge im Leben, machen alles schön."

Das war Lola zwar schon immer bewusst, doch sie hatte jetzt nur gemerkt, dass sie unter 'die kleinen Dingen im Leben' etwas falsch verstanden hatte.
Wie ungeschickt, Lola.

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Kaffee war mein zweitgrößter Einfluss. Vielen Dank fürs Lesen!